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Will-Schaber-Preis 2018: Auch attraktive Bilder machen Artikel über Chemie nicht besser

Robert Zapp ist Träger des Will-Schaber-Preises 2018. Der EX e.V., die Absolventenvereinigung der Dortmunder Journalistik, zeichnete am diesjährigen Insitutstag Anfang Mai den Masterstudenten des Studiengangs Wissenschaftsjournalistik für seine Arbeit „Der Faktor Visualität im Wissenschaftsjournalismus“ mit dem ersten Platz aus.

Die Jury aus dem Vorstand des EX mit Schatzmeisterin Livia Rüger, der stellvertretenden Vorsitzenden Stefanie Opitz und dem Vorsitzenden Armin Hingst zeigte sich von theoretischer Fundierung ebenso überzeugt wie von der praktischen Relevanz der Arbeit. „Zapp kommt zu der auf den ersten Blick recht überraschenden Erkenntnis, dass interessantere Bilder nicht dafür sorgen, dass Artikel über Chemie-Themen besser wegkommen. Auf die Wahrnehmung der Inhalte haben Bilder wohl keine große Wirkung.“ sagt Armin Hingst. „Allerdings stellte Zapp ebenfalls fest, dass Bilder vielleicht nicht die Inhalte steuern können, aber natürlich Aufmerksamkeit schaffen.“ Zapps experimenteller Ansatz freute die Jury auch deshalb, weil dadurch „Visual Journalism“ als Forschungsthema in den Fokus gerückt werde. Ein Feld, das bislang vorwiegend von US-amerikanischen Wissenschaftlern beackert werde.

Platz zwei ging ebenfalls an eine wissenschaftsjournalistische Arbeit. Clare Devlin ging der Frage nach: „Wie gehen Redakteure und Autoren mit Studien und Experten um?“ Das untersuchte sie anhand einer Erhebung unter Redakteuren und Autoren des WDR-Senders 1Live. Den Preis erhielt sie, weil sie nicht nur fundiert feststellte, dass es durchaus Nachholbedarf gibt, sondern weil sie aus den Erkenntnissen ihrer Bachelor-Arbeit auch einen praktisch nutzbaren Handlungsleitfaden entwickelte.

Den dritten Platz belegte Christina Schneider mit der Bachelor-Arbeit „Terrorismusberichterstattung im Westdeutschen Rundfunk. Wie sichern die Redakteure der WDR-Hörfunk-Nachrichten die Qualität bei der Berichterstattung über terroristische Anschläge in Europa?“ Was sie herausfand, verdichtete sie ebenfalls zu einem Leitfaden, der nicht nur Hörfunk-Kollegen, sondern auch Nachrichtenredakteure anderer aktueller Medien helfen kann, auch im hektischen Newsbusiness wichtige Standards nicht aus den Augen zu verlieren.

Der Will-Schaber-Preis wird alljährlich an herausragende Abschlussarbeiten mit ebenso wissenschaftlichen wie praxisrelevantem Anspruch verliehen. Für den ersten Platz lobt der Ex e.V. 500 Euro aus, für den zweiten gibt es 300 und für den dritten 200 Euro. Darüber hinaus sind bei Veröffentlichung Druckkostenzuschüsse möglich. In diesem Jahr mussten erstmals alle Preise in Abwesenheit verliehen werden, da keiner der Preisträger am Institutstag in Dortmund sein konnte.

11. Mai 2018, 15:36 Uhr